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Rasen anlegen – In einzelnen Schritten zur perfekten Grünfläche

Mit ein wenig Grün erstrahlt jedes Außenareal. Ob im Einfahrtbereich sowie im Garten eines Wohnhauses oder zwischen einzelnen Gebäuden wirkt eine saftig grünes und gut gepflegtes Rasenareal als Eyecatcher und ebenso als Garant für ein wunderschönes Ambiente. Demzufolge lohnt es sich, Rasen auszusäen. Und wie das richtig geht, erfährt man in den folgenden Abschnitten!

Relevante Faktoren für den Pflanzerfolg

Das erfolgreiche Anlegen des Rasens muss nicht von vagem Bangen und Hoffnung abhängen. Es ist wichtig zu wissen, dass einige entscheidende Kenngrößen die Entwicklung der geplanten Rasenfläche beeinflussen:

  • Optimale Saatzeit – Für ein erfolgreiches Rasenprojekt erweist sich die Zeit des Anpflanzens als sehr entscheidend. Daher empfiehlt sich insbesondere das Säen der Samen im Frühling nach dem Frost oder im Herbst nach dem heißen Sommer. Die Duette April/Mai und August/September zeigen geeignete Tage für die Aussaat an. Zudem sollte auf einen möglichst windstillen Tag gesetzt werden.
  • Bodenqualität – Das Erdreich sollte unter der baldigen Grasfläche vor allem durchlässig und locker sein. Dies dient dem guten Anwachsen und der optimalen Belüftung des Wurzelstocks. Auch die Versorgung mit notwendigem Wasser erfolgt so am besten. Zeigt sich der Boden eher als dicht und vielleicht tonhaltig, kann dies zu Staunässe führen. Die Folge dessen wäre wiederum eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Moosbildung. Daher gilt es unbedingt den Boden aufzulockern.
  • Saatmischung – Tatsächlich steht und fällt das Projekt mit dem Saatgut. Daher ist dieses nach der geplanten Nutzung zu wählen. Auch die existenten Lichtverhältnisse im Areal sollte bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Zudem rät sich zum Griff hochwertiger und daher meist etwas teuerer Saatmischungen. Die Auskeimungswahrscheinlichkeit erweist sich als höher. Des Weiteren präsentieren sich die Halme gegenüber Fremdflora und speziell Unkraut deutlich resistenter. Tatsächlich wird ein Überwachsen durch diese konkurrierenden Pflanzen verhindert. Und zugunsten der Optik offenbaren diese Angebote oft eine nachweislich dichtere Grasnarbe, was den perfekten Gesamteindruck steigert.
  • pH-Wert – Wer einen Rasen anlegen möchte, sollte sich eines pH-Werts zwischen 5,5 und 7,5 im Boden sicher sein. Man spricht dabei von einem leicht sauren Boden, welcher das Anpflanzen des Grüns fördert.

Schritt für Schritt zum perfekten Rasengrün

Damit das grüne Idyll nicht zur Wildwuchswiese mutiert, sollten einige Schritte beachtet werden. Mit folgender Arbeitserleichterung klappt es dann auch mit dem perfekten Rasen. Insbesondere beim Säen der Grassamen darf ein wenig Geduld als treuer Begleiter vorhanden sein. Bis eine dichte Grasnarbe entsteht, wird es einige Zeit dauern. Dabei sollte man sich von einem erstmalig lückenhaftem Sprießen nicht irritieren lassen. Aber nun erst einmal chronologisch der Reihe nach.

Schritt 1: Boden vorbereiten

Hierzu zählen sämtliche Arbeiten, welche das Erdreich auflockern und die spätere Verankerung der treibenden Samen ermöglichen. Dabei sollte gleichzeitig nicht nur der Untergrund durchlüftet, sondern auch von jeglichem Unkraut befreit werden. Wer einen perfekten Rasen anlegen möchte, sollte daher auch etwaige Wurzeln herausnehmen. Ebenso rät sich die Entfernung von größeren Steinen für einen besseren Wuchs der Halme. Der Boden muss dabei nicht zwangsweise umgegraben werden. Mit einem Vertikutierer lassen sich möglicher Rasenfilz, Moos und Unkraut prima entfernen. Allerdings bleibt das Umgraben bei stark verdichteten Böden und diversen Unebenheiten sowie einem Nährstoffmangel unerlässlich.

Schritt 2: Bodenaktivatoren einbinden

Für die Unterstützung des Saatwuchses durch einen nährstoffreichen Boden empfiehlt sich die Einarbeitung von sogenannten Aktivatoren. Diese liefern wertvolle Mineralien oder andere Spurenelemente. Zudem stehen hierfür ebenso diverse Start- beziehungsweise Volldünger.

Schritt 3: Boden einebnen

Sind die vorherigen Maßnahmen erfolgt, geht es an die Einebnung des Erdreiches. Ist dies geschafft, darf der Boden im Anschluss nach der Verdichtung einige Tage ruhen. Nach der Ruhezeit von etwa zwei Tagen können nun Rasenkalk, Calcium- und Magnesiumcarbonat eingearbeitet werden. Diese mindern die Bodensäure und steigern die Fruchtbarkeit des Bodens.

Schritt 4: Saatbett vorbereiten

Hat sich der Boden gesetzt, wird die Ansaatfläche planiert. Für diesen Prozess stehen diverse Walzen zur Verfügung. Es folgt eventuell eine nochmalige Entfernung der möglichen oberen Pflanzenschicht mit einem Rechen bis in eine Tiefe von etwa drei Zentimetern.

Schritt 5: Rasensamen ausbringen

Um eine gleichmäßige Rasennarbe zu erhalten, sollte der (Hobby-)Gärtner zu einem Streuwagen greifen. Dieser verteilt die optimale Menge entlang einer Route nahezu perfekt gleich. Die Einstellung der Samenmenge kann nach Angaben des Samenproduzenten und in Kombination mit persönlichen Vorlieben erfolgen. In Längs- sowie Querrichtung wird die Aussaat nun vollzogen. Im Anschluss daran erweist sich das Einharken der Saat als hilfreich. Dabei sollte bedacht werden, dass Rasensamen Lichtkeimer sind und nicht zu tief eingebettet sein dürfen. Ein Eintreten dürfte hierbei reichen. Ein erneutes Walzen sorgt für ein abgeschlossenes Biosystem.

Schritt 6: Bewässern

Speziell in der ersten Zeit von drei bis vier Wochen bedarf es viel Wasser für eine gute Durchfeuchtung der Erde. Dabei werden etwa 5 Liter pro Quadratmeter benötigt. Dies dient primär der Versorgung der Samen mit wichtigen Spurenelmenten, Mineralien. Im Großen und Ganzen bietet die Flüssigkeit die Basis für eine Entwicklung der Samen zu einem Spross und letztendlich dem Heranwachsen tausender Grashalme zu einem wundervollen grünen Teppich. Unter regelmäßiger Bewässerung werden in Kürze einige Triebe durch die Bodendecke sprießen. Ein gleichmäßiger Gießvorgang garantiert zudem ein optisch ausgeglicheneres Bild der Grünfläche. Dennoch sollte gewiss sein, dass die unterschiedlichen Grashalme zu Beginn nicht exakt gleich wachsen und daher erst mit der Zeit eine dichte Grasnarbe entsteht. Da die sich entwickelnden Keime sehr empfindlich gegenüber wechselnden und nicht optimalen Bedingungen sind, ist auf einen stets feuchten Boden zu achten. Bei schlechter Bewässerung kommt es regelmäßig zu Wachstumsproblemen.

Schritt 7: Erstes Mähen

Insbesondere die keimenden Halme sollten möglichst lange in Ruhe gelassen werden. Erst bei einem Stand von etwa 10 Zentimetern Wuchshöhe – ungefähr nach einem oder anderthalb Monaten – empfiehlt sich die Premiere des Mähens auf der neu gepflanzten Fläche. An den jeweiligen Mähmaschinen sollte eine bestehende Restlänge von mindestens fünf Zentimetern eingestellt werden. So kann sich das Gras schneller erholen. Auch die Stärkung der Halme wird somit forciert. In der Folge kann die Rasenfläche dann nach mehrmaliger Schnittroutine mit diesen Vorgaben auf individuelle Vorlieben getrimmt werden. Es sollte beachtet werden, dass die Halme nicht zu kurz geschnitten werden.

Schritt 8: Rasenpflege

Eine kontinuierliche Rasenpflege gehört zum Erfolgskonzept des idyllischen Grüns hinzu. Dies enthält zum einen eine regelmäßige Düngung, jedoch nie auf frisch gemähtem Areal. Zudem empfiehlt sich die Entfernung von jeglichen Moos- und Rasenfilz im Frühjahr. Inklusive einer konstanten Bewässerung, im Vergleich zum Beginn des Wachstums reduziert, steht der perfekten Rasenfläche nichts mehr im Weg. Mit der Zeit kann der Boden auch durch die Mitwirkung umher stehender anderer Pflanzen hinsichtlich der Bodenmineralien ausgesaugt werden. Beim kleinsten Ansatz dafür kann eine Bodenuntersuchung Aufschluss geben, welche Bodenstoffe dem Erdreich fehlen.

Rollrasen anlegen

Mit dem Fokus auf den Saatrasen und dem eigenhändigen Anlegen der Saatkultur sollen ebenfalls kurz die Vorteile eines Rollrasens angesprochen werden. Anstatt den Rasen säen zu müssen, erfolgt die Anpflanzung über fertig vorbereitete Rasenbahnen. Meist sind diese als Graskultur auf eine exakte Höhe vorgeschnitten, weshalb der Rollrasen auch gleich nach dem Verlegen tadellos erscheint. Die weitaus teuere Variante im Vergleich zum Saatrasen schenkt dem Gartenbesitzer folglich eine unkompliziert erschaffene Optik und parallel eine vergleichsweise einfachere Pflege zu Beginn. Das Anpflanzen eines neuen Rollrasens auf eine bereits bestehende Rasenfläche gilt es zu vermeiden, da es bei dieser sogenannten Sandwichmethode deutliche Komplikationen beim Anwurzeln der einzelnen Bahnen kommt. Gerade hinsichtlich großer Flächen bietet sich diese Option förmlich an. Unterschiedliche Dichten und Graslücken werden mit dieser Art des Pflanzens eliminiert. Und ebenfalls Saatschäden aufgrund von Wetter oder Vögeln können nahezu vollkommen ausgeschlossen werden. Auch der reine Arbeitsaufwand präsentiert sich als entsprechend sehr viel geringer. Die Erfolgschancen bezüglich einer langen Lebensdauer des Rasens hängt jedoch nicht von einem dieser beiden Anpflanzarten, sondern von Bodeneigenschaften und der Pflege ab. Daher gilt es im Vorfeld auf die richtigen Erdbedingungen zu achten.

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